Die Geschichte des Sports

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Griechische Ärzte empfahlen ihren Patienten bereits zur Entspannung ein Spiel mit Steinen, nachweisbar ähnlich zum modernen Boule.

Iulius Pollux beschrieb im 2ten Jahrhundert nach Christus ein Spiel, in dem Kugeln auf einen Ziegelsteinen geworfen wurde. Weiter ist darüber leider nichts bekannt, man stelle sich aber mal vor, die Sau wäre ein Ziegel. Wer versucht hat, eben genannten 6-10 Meter weit zu schmeißen, weiß, was er gemacht hat.

Der Clou an diesem Spiel waren jedoch nicht die überdehnten Muskeln nach dem Wurf der „Sau“ sondern der, dass der Verlierer den Gewinner über eine Ziellinie tragen musste. Und zwar Huckepack.

Wearing a costume designed to make him look like heís riding piggyback, Derrick Long takes part in the Great Pumpkin Run with his daughter Delaney, 7. Cold, rainy weather didnít detract from the light-hearted spirit of Grandviewís annual race, held Saturday, Oct. 27. Eric George/ThisWeekNEWS Derrick Long runs the 5k Great Pumpkin Run with his daughter Delaney, 7, October 27, 2012.

Aus diesem Spiel bildeten sich im Laufe der Zeit Boccia und Boule Lyonnaise heraus. Boule Lyonnaise wird in Deutschland nur von einer Hand voll Vereinen gespielt, andererorts erfreut es sich allerdings immernoch großer Beliebtheit.

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Das Boulespiel hatte aber auch seine schattigen Zeiten. Zum Beispiel verbot der französische König Philipp der Fünfte das Boulespiel. Das nächste Verbot kam im 14. Jahrhundert durch den Erzbischof von Tournay.

1629 Wurde das Spiel erneut verboten, da einerseits der Federballsport gefördert werden sollte und andererseits, jetzt kommt´s: „Boule verführt zu lasterhaften Ausschweifungen und ist Ursache sonstiger Unverschämtheiten„. Verständlich, oder?

Aber es wird, wie so oft, noch kurioser: die Pariser Synode verbot Geistlichen „… in der Öffentlichkeit oder im Beisein von Weltlichen das Boulespiel“. Bedeutet: Nicht spielen, wenn jemand guckt. Ausser er ist zufällig Gott oder ein anderes überirdisches Wesen.

Boule ist aber nur ein Oberbegriff für viele ähnliche Kugelspielarten mit leichterer, oder strengerer Regulierung des Spieles. Im IPC wird Pétanque (Ausgesprochen Petang) gespielt. Dieses Spiel entwickelte Ernest Pitiot Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Grund ist rührend: Jules Le Noir, ein guter Freund, erkrankte und konnte nicht mehr richtig laufen. Beim damals wie heute beliebten Jeu Provençal musste man jedoch drei Anlaufschritte machen, die Zielkugel war weiter entfernt. Also entwickelte Ernest Pitiot für ihn das Spiel pieds tanqués, im provenzalischen Südfranzösisch nannte man es ped tanco, dann abgeleitet Pétanque.

Und hier sind wir nun.

Ein wahrer Freund ist ein Mensch der zwar dein Lachen sieht, aber spürt, dass deine Seele weint.

-Unbekannt-

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